Starke Kinder – Kinder stärken

Starke Kinder – Kinder stärken

Am Anfang des Schuljahres stehen die Kinder vor neuen Aufgaben und Herausforderungen.
In dieser Einheit geht es um die Zuversicht, damit gut zurechtzukommen.
In diesem Zusammenhang begegnet heutzutage das Stichwort „Resilienz“. Das Wort bezeichnet die Fähigkeit, erfolgreich mit schwierigen Bedingungen umzugehen. Die biblischen Personen David und Miriam werden als resiliente Persönlichkeiten vorgestellt. Sie sind starke, selbst handelnde Menschen und laden zur Identifikation ein. In der dritten Erzählung werden Kinder zunächst zurückgewiesen. Sie werden jedoch von Jesus selbst gesegnet und damit für ihren Lebensweg gestärkt.

16.09.18 (16. Sonntag nach Trinitatis)
1. Samuel 17
David besiegt den Riesen Goliat

23.09.18 (17. Sonntag nach Trinitatis)
2. Mose 2,1-10
Miriam hat eine rettende Idee

30.09.18 (18. Sonntag nach Trinitatis)
Markus 10,13-16
Jesus segnet Kinder!

Die biblischen Texte

David, der jüngste von acht Brüdern, zeigt Mut und Selbstvertrauen. Er tritt dem riesigen Krieger furchtlos entgegen, der fast 2,5m misst; wenn man bedenkt, dass damalige Menschen durchschnittlich deutlich kleiner waren als heute, ist der Kontrast umso größer. Goliat fordert die Israeliten heraus und beleidigt ihren Gott.
Davids Stärke ist, dass er erkennt: Panzerung und herkömmliche Waffen können nicht helfen. David entledigt sich aller ihm hinderlichen Waffen sowie Schutzvorrichtungen und stellt sich dem Kampf mit eigenen Ressourcen: seiner Schleuder, Kieselsteinen und einer großen Portion Gottvertrauen. Die Prahlerei vor dem Zweikampf dient der Stärkung des Selbstvertrauens (V.43-47). Der Sieg im Zweikampf bedeutete den Sieg des ganzen Volkes ohne weiteren Kampf. So hat David schließlich Erfolg und besiegt nicht nur Goliat, sondern ein ganzes feindliches Heer.

Moses Geburt steht unter einer tödlichen Bedrohung: Alle männlichen, neugeborenen Hebräer sollen auf Befehl des Pharaos im Nil ertränkt werden (2 Mos 1,22). Seiner Mutter gelingt es, ihren kleinen Jungen drei Monate zu verstecken, doch dann wird seine Stimme zu kräftig. Sie will sein Überleben sichern und legt ihn in ein wasserdichtes Papyruskörbchen im Schilf des Nils ab, dort ist die Strömung nicht so stark, vielleicht findet eine ägyptische Bäuerin das Kind? Seine Schwester Miriam (vgl. 2 Mos 6,14ff) bleibt in der Nähe – aus Neugier oder aus Sorge? Erneute Gefahr erwartet das Kind: Die badende Pharaonentochter würde gewiss den Entschluss ihres Vaters umsetzen. Miriam sieht, wie sie stattdessen Mitleid mit dem an der Beschneidung als hebräischen Jungen zu erkennenden Baby empfindet. Da hat Miriam die rettende Idee. Sie hilft der Prinzessin aus der Zwickmühle ihrer Loyalität: Eine hebräische Amme kann sich doch kümmern! Sie holt daraufhin die Mutter des Kindes, die sich um ihren Sohn kümmern kann, bis er später an den ägyptischen Hof zieht und adoptiert wird. Der Name, den er dabei bekommt, „Mose“, bedeutet. „herausziehen“ und spielt auf die Rettung aus dem Nil und die spätere Rettung des Volkes aus dem Schilfmeer an.

Leute bringen Kinder zu Jesus. Sie möchten, dass er sie durch seine Handauflegung segnet. Dies ist ein den damaligen Lesern vertrautes Bild: Rabbis und Eltern segnen Kinder. Segnen heißt, Gottes schöpferische Lebenskraft und -fülle an andere weitergeben. Das macht stark. Nur in zwei Bibelstellen (hier und Lk 24,50f) wird davon berichtet, dass Jesus Menschen segnet. Die Jünger „bedrohen“ jedoch diese Leute und die Kinder. Markus verwendet hier das gleiche Wort, das bei der Abwehr unheilbringender Mächte benutzt wird. Die Anwesenheit von Kindern scheint für sie eine Bedrohung des Wirkens Jesu zu sein. Aber: wenn Menschen wie hier gehindert werden, zu Jesus zu kommen, kann sogar Jesus aggressiv und zornig werden!
Jesus nimmt Kinder als Vorbild, weil sie offen und neugierig sind und ein Geschenk vorbehaltlos annehmen können: Genauso gilt es, Gottes Herrschaft und das Heil, das sie bringt, anzunehmen. Das ist die einzige „Bedingung“ dafür, in Gottes Reich hineinzukommen; das können Erwachsene von Kindern wieder lernen.

Entfaltung

Im Einzelgottesdienst wird die Geschichte der Miriam aus ihrer Sicht erzählt. Die in Biblische Geschichten und Resilienz genannten Stichworte einer Resilienzgeschichte werden dabei besonders berücksichtigt (siehe auch unter Entfaltung im wöchentlichen Gottesdienst).
Eine Idee zur Umsetzung der Geschichte mit kleinen Kinder findet sich in: Jochem Westhof, Willkommen in der Familienkirche, S. 86ff. (Legebild aus Tüchern, Kinder spielen mit (siehe Praxishilfen)).

Psalm 16 nimmt in einigen Versen das „Herausziehen aus dem Wasser“ und das „Gestärktwerden“ auf. Der Psalmbeter gewinnt Vertrauen, Hoffnung und Mut aus der Erinnerung an erfahrene Rettung. Der Psalm kann mit Orffschen Instrumenten vertont werden.

Zur Geschichte malen die Kinder Bilder (z. B. für das Kamishibaitheater). Die Kinder erzählen die Geschichte später selbst zu ihren Bildern nach. Gemeinsam kann die ganze Gruppe
erlebnispädagogische Aufgaben meistern.
Gottes Zusage „Ich bin da“ oder „Ich werde mit dir sein“ erfahren die Kinder im Zuspruch des Segens. Die Kinder werden gesegnet, indem ihnen diese Zusage oder ein anderes Segenswort zugesprochen und ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet wird.

Lied: Vom Anfang bis zum Ende (siehe Lieder)

1. Samuel 17

David, der jüngste von acht Brüdern, zeigt Mut und Selbstvertrauen. Er tritt dem riesigen Krieger furchtlos entgegen, der fast 2,5m misst; wenn man bedenkt, dass damalige Menschen durchschnittlich deutlich kleiner waren als heute, ist der Kontrast umso größer. Goliat fordert die Israeliten heraus und beleidigt ihren Gott.
Davids Stärke ist, dass er erkennt: Panzerung und herkömmliche Waffen können nicht helfen. David entledigt sich aller ihm hinderlichen Waffen sowie Schutzvorrichtungen und stellt sich dem Kampf mit eigenen Ressourcen: seiner Schleuder, Kieselsteinen und einer großen Portion Gottvertrauen. Die Prahlerei vor dem Zweikampf dient der Stärkung des Selbstvertrauens (V.43-47). Der Sieg im Zweikampf bedeutete den Sieg des ganzen Volkes ohne weiteren Kampf. So hat David schließlich Erfolg und besiegt nicht nur Goliat, sondern ein ganzes feindliches Heer.

David besiegt den Riesen Goliat

Psalm 16 i.A. kann Eingangspsalm an allen Sonntagen sein. Ps 16,30 „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen“ wird als Kehrvers gesprochen.

Die Geschichte wird frei erzählt. Dabei wird sie in verschiedene Szenen aufgeteilt, die Atmosphäre der Schauplätze wird beschrieben (Wie sieht es dort aus? Was riecht, hört etc. man?), den Charakteren werden Stimmen verliehen und es wird wörtliche Rede verwendet. Es soll betont werden, dass David ganz allein auf die Idee kam, gegen den Riesen anzutreten und dass er es sich zutraut, weil er schon Kampferfahrung mit wilden Tieren hat. Die Tötung Goliats wird in dieser Versauswahl mit dem Steinwurf erzählt. Das brutalere Kopfabtrennen wird weggelassen (s.a. V.46).

Ein Gespräch darüber, warum David wohl so mutig ist, schließt sich an. Hier haben die Kinder die Möglichkeit, auch eigene Erlebnisse und Erfahrungen zum Thema „Wann bin ich stark? Was ist eigentlich „Starksein“?“ einzubringen.
Die Geschichte kann von den Kindern in einzelne Szenen eingeteilt, nachgespielt und ggfs. gefilmt werden.

Schuhkartons werden mit Dingen beschriftet, die den Kindern Angst machen und danach senkrecht aufeinandergestellt. Ein Riese der Angst entsteht. Jeder darf nun mit einem Ball den Turm der Angst zum Einsturz bringen.

Lied: „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen“, 2. Strophe (siehe Lieder)

2. Mose 2,1-10

Moses Geburt steht unter einer tödlichen Bedrohung: Alle männlichen, neugeborenen Hebräer sollen auf Befehl des Pharaos im Nil ertränkt werden (2 Mos 1,22). Seiner Mutter gelingt es, ihren kleinen Jungen drei Monate zu verstecken, doch dann wird seine Stimme zu kräftig. Sie will sein Überleben sichern und legt ihn in ein wasserdichtes Papyruskörbchen im Schilf des Nils ab, dort ist die Strömung nicht so stark, vielleicht findet eine ägyptische Bäuerin das Kind? Seine Schwester Miriam (vgl. 2 Mos 6,14ff) bleibt in der Nähe – aus Neugier oder aus Sorge? Erneute Gefahr erwartet das Kind: Die badende Pharaonentochter würde gewiss den Entschluss ihres Vaters umsetzen. Miriam sieht, wie sie stattdessen Mitleid mit dem an der Beschneidung als hebräischen Jungen zu erkennenden Baby empfindet. Da hat Miriam die rettende Idee. Sie hilft der Prinzessin aus der Zwickmühle ihrer Loyalität: Eine hebräische Amme kann sich doch kümmern! Sie holt daraufhin die Mutter des Kindes, die sich um ihren Sohn kümmern kann, bis er später an den ägyptischen Hof zieht und adoptiert wird. Der Name, den er dabei bekommt, „Mose“, bedeutet. „herausziehen“ und spielt auf die Rettung aus dem Nil und die spätere Rettung des Volkes aus dem Schilfmeer an.

Miriam hat eine rettende Idee

Miriam erzählt von ihrem neugeborenen Bruder Mose, wie sie ihn lieb hat und sich verantwortungsvoll um ihn kümmert – und wie furchtbar es ist, dass er sterben soll. Sie erzählt, wie sie die Hoffnung nicht aufgibt, der Mutter heimlich folgt und was sie beobachtet. Wegen ihres Muts, die Pharaonentochter anzusprechen und ihres genialen Einfalls, die Mutter selbst als Amme vorzuschlagen, wird sie von ihrer Mutter sehr gelobt. Miriam ist stolz auf sich und glaubt daran, dass nun alles gut wird.
Körbchen aus Papier/ Plastikstreifen werden gefaltet. Kinder überlegen, wie sie wasserdicht werden könnten und probieren es aus.
Eine Anleitung dazu findet sich unter: www.kikisweb.de/basteln/weben/papier/korb.htm .

Grußkarten können mit dem Psalmvers „Du, Gott, bist mein Retter (Ps 16,3)“ und einem Motiv aus der Geschichte gestaltet und verschenkt werden (siehe Entfaltung im Einzelgottesdienst).

Markus 10,13-16

Leute bringen Kinder zu Jesus. Sie möchten, dass er sie durch seine Handauflegung segnet. Dies ist ein den damaligen Lesern vertrautes Bild: Rabbis und Eltern segnen Kinder. Segnen heißt, Gottes schöpferische Lebenskraft und -fülle an andere weitergeben. Das macht stark. Nur in zwei Bibelstellen (hier und Lk 24,50f) wird davon berichtet, dass Jesus Menschen segnet. Die Jünger „bedrohen“ jedoch diese Leute und die Kinder. Markus verwendet hier das gleiche Wort, das bei der Abwehr unheilbringender Mächte benutzt wird. Die Anwesenheit von Kindern scheint für sie eine Bedrohung des Wirkens Jesu zu sein. Aber: wenn Menschen wie hier gehindert werden, zu Jesus zu kommen, kann sogar Jesus aggressiv und zornig werden!
Jesus nimmt Kinder als Vorbild, weil sie offen und neugierig sind und ein Geschenk vorbehaltlos annehmen können: Genauso gilt es, Gottes Herrschaft und das Heil, das sie bringt, anzunehmen. Das ist die einzige „Bedingung“ dafür, in Gottes Reich hineinzukommen; das können Erwachsene von Kindern wieder lernen.

Jesus segnet Kinder!

Die Geschichte wird als Rückengeschichte erzählt.
(Rückengeschichten sind Geschichten, die mit den Fingern auf dem Rücken eines anderen erzählt werden. Anleitungen dazu in: E. Schulz (u.a.), Rückengeschichten, zu beziehen unter http://www.kindergottesdienst.org.)
Danach wird sie szenisch nachgespielt, wobei sie in einem großen Kreis um einen Stuhl endet. Jedes Kind darf sich nun auf den Stuhl setzen und wird einzeln mit einem stärkenden Bibelvers gesegnet (siehe Entfaltung im Einzelgottesdienst).
Den Segen geben die Kinder mit selbst gestalteten Segenskärtchen an Freunde etc. weiter.


Hintergrundinformationen

Glaubens- und Lebenswelten von Kindern begegnen

Jedes Kind erlebt Herausforderungen und Schwierigkeiten. Viele müssen darüber hinaus zumindest phasenweise mit erschwerten Bedingungen zurechtkommen, müssen mit der Trennung der Eltern, mit Gewalterfahrungen fertig werden. Trotzdem finden die allermeisten Kinder ihren Weg: Sie haben Eigenschaften und Fähigkeiten, die sie trotz widriger Umstände zurechtkommen lassen. Diese Kompetenzen können auch im Kindergottesdienst gefördert werden.
„Stark sein“ wird in dieser Einheit deshalb nicht als ein „körperliches Starksein“ verstanden. Darum gibt es bspw. keine Spiele zum „Kämpfen wie David und Goliath“. Es geht stattdessen um die innere Stärke, die auch vermeintlich schwache Kinder in sich tragen.
Die Einheit regt außerdem dazu an, den Kindergottesdienst generell auf seine Resilienzförderung hin zu überprüfen. Dazu gibt es zum Beispiel in der Arbeitshilfe Resilienz und Religion wertvolle Tipps(s.u.).

Entscheidungen auf dem Weg zu den Gottesdiensten

Die Gottesdienste können unabhängig voneinander gefeiert werden. David und Miriam zeigen ihre Stärken in folgenden Kompetenzen: sie lösen selbständig ein Problem; sie verfügen über Kontaktfähigkeit und Empathie, sind in der Lage Verantwortung zu übernehmen; sie können soziale Unterstützung mobilisieren und haben eine zuversichtliche Lebenseinstellung. Diese Kompetenzen sollen auch in dieser Reihe im Vordergrund stehen.
In den Erzählungen geht es also nicht darum, dass das Kleine gegen das Große kämpft und unverhofft gewinnt, sondern es geht darum, dass jedes Kind seine eigenen Stärken hat, die es herausfinden kann. Dazu kann der Kindergottesdienst beitragen und die Kinder unterstützen.

Weiterführendes

Vernetzung

Das Thema „Kinder stärken/Resilienz“ ist auch in vielen Städten und Kommunen angekommen. Hier können z. B. Kinder ihre Themen in Kinderbüros und Kinderparlamenten einbringen; auch Arbeitsgruppen der Städte beschäftigen sich mit dem Thema (bspw. Dortmund „Aktionsplan Soziale Stadt“). Das ermutigt zu fragen: Gibt es in meiner Stadt/Kommune ein Kinderbüro? Wie werden Kinder und ihre Rechte in meinem Umfeld gestärkt?

Lieder

  • Du, Gott, stützt mich ([EG] Hessen 592, KuS 463)
  • Du verwandelst meine Trauer in Freude (LH 1,64, KG 198)
  • Gottes Segen (LH 2,246)
  • Vom Anfang bis zum Ende (LHE 369, KuS 196)
  • Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen, von Herbert Adam
  • Von allen Seiten umgibst du mich (LH 2,222)

Praxishilfen

  • Jochem Westhof, Der Korb des Mose; in: „Willkommen in der Familienkirche“, Gütersloh 2003, S. 86ff. (Das Buch ist vergriffen, kann aber beim Autor bestellt werden. Kontakt über geschaeftsstelle@kindergottesdienst-ekd.de)

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