Schau hin, das ist Gottes Schöpfung

Schau hin, das ist Gottes Schöpfung

Schon auf den ersten Seiten der Bibel heißt es in der Schöpfungserzählung: „Und siehe – es war sehr gut.“ (1. Mose 1,31).
Schau hin! Um das Schauen, Sehen, Staunen, Wahrnehmen der gesamten Schöpfung mit allen ihren Geschöpfen bis hin zu jedem einzelnen Menschen soll es in dieser Einheit gehen, um das Feiern – aber auch um die bewusste Wahrnehmung und die damit verbundene Verantwortung, die wir als Menschen für Gottes Schöpfung haben.

07.10. 2018 (19. Sonntag nach Trinitatis, Erntedank )
1. Mose 1,26-31
Schau hin – wir feiern Gottes Schöpfung

14.10. 2018 (0. Sonntag nach Trinitatis)
1. Mose 1-2,4a
Schau hin – Gott hat die Welt geschaffen

21.10. 2018 (21. Sonntag nach Trinitatis)
Psalm 139,13-16.23-24
Schau hin – Gott sieht dich an

28.10. 2018 (22. Sonntag nach Trinitatis)
Römer 8,18-24
Schau hin – Gottes Schöpfung leidet

Die biblischen Texte

„Gott ist der Ursprung allen Lebens“ – dieses Bekenntnis war dem Volk Israels wichtig – besonders in der Auseinandersetzung mit den Schöpfungsmythen der Nachbarvölker. Anders als z.B. bei den Babyloniern hat Gott die Welt und alles, was darin ist, aus dem Nichts geschaffen. Gott hat die Welt so gewollt, wie sie ist. „Und siehe, es war sehr gut“.
Der Text ist kein Tatsachenbericht, der wortwörtlich gelesen werden will, sondern er ist ein Bekenntnis, in dem die Menschen vor ca. 2600 Jahren ihre Erkenntnisse von der Entstehung allen Lebens auf der Erde mit ihrem Glauben zu Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erden verbunden haben.
Aus diesem Verständnis heraus kann der Schöpfungsbericht auch nicht in Konkurrenz zu heutigen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen gestellt werden. Vielmehr ist es erstaunlich, wie nahe das damalige Wissen dem heutigen schon war.
Die Bedeutung der hebräischen Verben kabasch und radah (Vers 28) hat sich in der Auslegungsgeschichte verändert. In den gängigen Bibelübersetzungen finden sich die Übersetzungen „niedertreten bezwingen, der Herrschaft unterwerfen“ und „königlich auftreten“. Damit begründet wurde und wird die Ausbeutung der Erde durch den Menschen. Im altorientalischen Denken jedoch gehört zur Übernahme der Herrschaft und dem königlichen Auftreten zugleich auch eine fürsorgliche Verantwortung für alles, was dem Herrscher und König anvertraut wurde. Von daher sollten die Verben übersetzt werden mit „urbar machen“ und „fürsorglich, verantwortungsvoll handeln“.
Der Mensch, als Ebenbild Gottes geschaffen, bekommt die Aufgabe, die Erde mit allen ihren Gütern und Geschöpfen als Gottes Werk sinnvoll zu nutzen und zu schützen.

Der Psalm beschreibt die Allwissenheit, die Allgegenwart und Allmacht Gottes, bezieht diese aber ganz konkret auf den einzelnen Menschen:
Er hat nicht nur die Welt geschaffen, sondern jeden einzelnen Menschen hat er im Mutterleib gebildet. Seine Schöpfermacht zeigt sich darin, dass er jeden Einzelnen von Anfang an sieht.
Sogar schon vor der Bildung des Menschen hat Gott über ihn nachgedacht und ihn ins Buch des Lebens geschrieben.
Auch heutzutage bleibt es trotz aller medizinischen Erkenntnisse und technischer Möglichkeiten immer noch ein Wunder, wie aus der Vereinigung zweier winziger Zellen und deren Information ein einzigartiger, absolut einmaliger Mensch entstehen kann.
Der Psalmbeter vertraut darauf, dass Gott als der Schöpfer der Welt jeden einzelnen Menschen ansieht und immer für ihn da ist. Es gibt keinen Ort, an dem der Mensch vor Gott verborgen ist – im negativen wie auch im positiven Sinn. Der Mensch kann sich vor Gott nicht verstecken – aber er fällt auch nicht aus der behütenden Beobachtung heraus.

Der Römerbrief ist gerichtet an die Gemeinde in Rom, der Paulus die Grundlinien seiner Verkündigung von der Rechtfertigung aus Glauben darlegen möchte, ehe er sie dann persönlich besucht.
Grundlage seiner Lehre ist die Gewissheit, dass Gott den Menschen in Jesus Christus sein rettendes Ja zugesprochen hat und sie damit frei gesprochen hat von aller Schuld (Röm 3,21-26). Wer dies im Glauben annimmt, für den erfüllt sich schon jetzt die Verheißung Gottes und der lebt im Frieden mit Gott (Röm 6,1-23). Durch die Taufe wird nun die Grundlage für ein neues, befreites Leben gelegt. Denn wer zu Christus gehört, in dem wohnt Gottes Geist und der ist ein Kind Gottes. Und wer im Geist Gottes und als Kind Gottes lebt, der führt ein verantwortungsvolles Leben, das sich am Willen Gottes ausrichtet (Röm 8,1-16).
Die endgültige Erlösung steht allerdings noch aus, darauf verweist Paulus besonders in Röm 8,18-24. Hier weitet er die Hoffnung auf Erlösung nun über die Erlösung der Menschen hinaus auf die ganze Schöpfung aus. Er stellt fest, dass die Schöpfung noch nicht frei und erlöst ist. Sie leidet in allen Teilen und entspricht nicht mehr dem, wie Gott sie einst geschaffen hat.
Gemeinsam mit den Menschen seufzt und stöhnt die Schöpfung und hofft auf Erlösung.
Das Verb „synodino“, das Martin Luther mit „ängstigen“ übersetzt, meint eigentlich das Stöhnen und Seufzen während der Geburt. Gerade dieses Bild von den Geburtswehen, an deren Ende das neue Leben steht, gibt ganz viel von der Hoffnung wieder, die Paulus verbreiten will. Wenn es auch in dieser Welt noch viel Leiden und Seufzen und Stöhnen gibt, so gibt es doch Hoffnung auf neues Leben, wenn das Leiden erst sein Ende gefunden hat. Und diese Hoffnung auf neues Leben gilt nun auch für die Schöpfung. Denn wenn die Kinder Gottes einst ganz im Geist Gottes leben werden, dann werden sie auch ihrem ursprünglichen Auftrag der Schöpfungsbewahrung nachkommen und dadurch die Schöpfung befreien.
Weil sie aber schon jetzt Teil der Schöpfung sind, treten sie auch jetzt schon solidarisch für die Geschöpfe ein. Sie nehmen die Leiden wahr und beklagen sie, halten gleichzeitig auch die Hoffnung auf Erlösung hoch, indem sie auch jetzt schon ihrem Bewahrungsauftrag aus 1. Mose 1 nachkommen.

Entfaltung

Wie weiter unten im zweiten Gottesdienst beschrieben, werden nach und nach die einzelnen Schöpfungswerke bestaunt und in eine „Schöpfungslandschaft“ hineingebaut.
Immer wieder wird dazu gesagt: „Und Gott sah, dass es gut war.“
Dabei wird von dem Lied „Du hast uns deine Welt geschenkt“ die entsprechende Dank-Strophe gesungen (siehe Lieder).
Wenn der Mensch in die Landschaft gestellt wird, wird zugleich ein Plakat mit dem Bewahrungsauftrag (1. Mose 1,28) daneben aufgestellt.
Zum Schluss werden nun Nahrungsmittel in die Mitte gelegt und dazu das Lied weitergedichtet, z.B. „Du hast uns deine Welt geschenkt: die Äpfel, die Birnen“.
Um diese vollendete Landschaft wird ein Dankfest gefeiert.
Danach werden Bilder von Zerstörungen gezeigt: Naturkatastrophen; Kriegsschauplätze. Dazu wird gefragt: „War das gut, was Gott sah?“
Bei jedem Nein der Kinder wird ein dunkles Tuch auf die Landschaft gelegt. Dazu wird gesungen: „Mein Gott, das muss anders werden“.
Ein Plakat mit dem Text Röm. 8,19 wird aufgestellt.
Die Kinder überlegen, was sie tun können, damit es der Schöpfung besser geht. Für jede Idee wird das dunkle Tuch gegen ein durchsichtiges Tuch eingetauscht und eine Kerze neben die Landschaft gestellt.
Die Schöpfungslandschaft bleibt von Tüchern bedeckt als Zeichen dafür, dass die Welt heutzutage noch leidet, dass die Kinder Gottes aber jetzt schon viel tun können.
Die Hoffnung wird besungen mit dem Lied „Ich glaube fest“.

1. Mose 1,26-31

„Gott ist der Ursprung allen Lebens“ – dieses Bekenntnis war dem Volk Israels wichtig – besonders in der Auseinandersetzung mit den Schöpfungsmythen der Nachbarvölker. Anders als z.B. bei den Babyloniern hat Gott die Welt und alles, was darin ist, aus dem Nichts geschaffen. Gott hat die Welt so gewollt, wie sie ist. „Und siehe, es war sehr gut“.
Der Text ist kein Tatsachenbericht, der wortwörtlich gelesen werden will, sondern er ist ein Bekenntnis, in dem die Menschen vor ca. 2600 Jahren ihre Erkenntnisse von der Entstehung allen Lebens auf der Erde mit ihrem Glauben zu Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erden verbunden haben.
Aus diesem Verständnis heraus kann der Schöpfungsbericht auch nicht in Konkurrenz zu heutigen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen gestellt werden. Vielmehr ist es erstaunlich, wie nahe das damalige Wissen dem heutigen schon war.
Die Bedeutung der hebräischen Verben kabasch und radah (Vers 28) hat sich in der Auslegungsgeschichte verändert. In den gängigen Bibelübersetzungen finden sich die Übersetzungen „niedertreten bezwingen, der Herrschaft unterwerfen“ und „königlich auftreten“. Damit begründet wurde und wird die Ausbeutung der Erde durch den Menschen. Im altorientalischen Denken jedoch gehört zur Übernahme der Herrschaft und dem königlichen Auftreten zugleich auch eine fürsorgliche Verantwortung für alles, was dem Herrscher und König anvertraut wurde. Von daher sollten die Verben übersetzt werden mit „urbar machen“ und „fürsorglich, verantwortungsvoll handeln“.
Der Mensch, als Ebenbild Gottes geschaffen, bekommt die Aufgabe, die Erde mit allen ihren Gütern und Geschöpfen als Gottes Werk sinnvoll zu nutzen und zu schützen.

Schau hin – wir feiern Gottes Schöpfung

Verbindende Elemente sind eine Schöpfungslandschaft, Psalm 104 und das Lied „Laudato si“, weil es sowohl die Schöpfung preist, wie auch in Strophe 9 den Gedanken von Zukunft über den Tod hinaus aus Röm 8 aufnimmt.

Die Erntegaben werden betrachtet: das Obst und Gemüse aus der Nähe und aus der Ferne. ebenso auch Produkte von Tieren, und aus Obst und Gemüse hergestellte Produkte: Kartoffelchips, Schokolade, Cola, usw.
Nach jeder Gabe wird mit dem Lied „Du hast uns deine Welt geschenkt“ für diese Gabe Gott gedankt, z.B. Du hast… die Cola und Schokolade….“
Menschenfiguren werden zu den Erntegaben gestellt und der Bibeltext gelesen.
Gott hat alles auf der Erde geschaffen, damit der Mensch es nutzen kann. Dafür wird ihm mit einem großen Fest gedankt – eingeleitet mit einem Tischgebet und –lied (z.B. der Refrain von „Wir pflügen und wir streuen“).

1. Mose 1-2,4a

„Gott ist der Ursprung allen Lebens“ – dieses Bekenntnis war dem Volk Israels wichtig – besonders in der Auseinandersetzung mit den Schöpfungsmythen der Nachbarvölker. Anders als z.B. bei den Babyloniern hat Gott die Welt und alles, was darin ist, aus dem Nichts geschaffen. Gott hat die Welt so gewollt, wie sie ist. „Und siehe, es war sehr gut“.
Der Text ist kein Tatsachenbericht, der wortwörtlich gelesen werden will, sondern er ist ein Bekenntnis, in dem die Menschen vor ca. 2600 Jahren ihre Erkenntnisse von der Entstehung allen Lebens auf der Erde mit ihrem Glauben zu Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erden verbunden haben.
Aus diesem Verständnis heraus kann der Schöpfungsbericht auch nicht in Konkurrenz zu heutigen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen gestellt werden. Vielmehr ist es erstaunlich, wie nahe das damalige Wissen dem heutigen schon war.
Die Bedeutung der hebräischen Verben kabasch und radah (Vers 28) hat sich in der Auslegungsgeschichte verändert. In den gängigen Bibelübersetzungen finden sich die Übersetzungen „niedertreten bezwingen, der Herrschaft unterwerfen“ und „königlich auftreten“. Damit begründet wurde und wird die Ausbeutung der Erde durch den Menschen. Im altorientalischen Denken jedoch gehört zur Übernahme der Herrschaft und dem königlichen Auftreten zugleich auch eine fürsorgliche Verantwortung für alles, was dem Herrscher und König anvertraut wurde. Von daher sollten die Verben übersetzt werden mit „urbar machen“ und „fürsorglich, verantwortungsvoll handeln“.
Der Mensch, als Ebenbild Gottes geschaffen, bekommt die Aufgabe, die Erde mit allen ihren Gütern und Geschöpfen als Gottes Werk sinnvoll zu nutzen und zu schützen.

Schau hin – Gott hat die Welt geschaffen

Am Anfang steht ein Gespräch über die Frage: „Woher kommt die Erde?“
Dazu wird ein Globus in die Mitte gestellt und daneben ein großes Fragezeichen gelegt.
Die Bibel wird dazugelegt: Hier finden wir die Antwort, wie Menschen vor langer Zeit sich die Entstehung der Welt gedacht haben. Dabei waren sie überzeugt, dass Gott der Ursprung allen Lebens ist.
Die einzelnen Schöpfungswerke werden nach und nach wahrgenommen und bestaunt als Schöpfungen von Gott. In der Mitte entsteht eine Schöpfungslandschaft.

  • Erstes Schöpfungswerk ist das Licht – unabhängig von der Sonne.
    Verschiedene Lichtquellen werden gezeigt.
  • Das altorientalische Weltbild wird gezeigt, in dem sich die Erde wie in einer Glocke befindet.
  • in eine Schale mit Wasser wird Erde hineingelegt und es werden kleine Wassertümpel und festes Land gebaut.
  • Gräser und Bäume, Land- und Wassertiere finden ihren Platz.
  • zwei Menschenfiguren werden in die Landschaft gestellt.
    Lied: Du hast uns deine Welt geschenkt

Psalm 139,13-16.23-24

Der Psalm beschreibt die Allwissenheit, die Allgegenwart und Allmacht Gottes, bezieht diese aber ganz konkret auf den einzelnen Menschen:
Er hat nicht nur die Welt geschaffen, sondern jeden einzelnen Menschen hat er im Mutterleib gebildet. Seine Schöpfermacht zeigt sich darin, dass er jeden Einzelnen von Anfang an sieht.
Sogar schon vor der Bildung des Menschen hat Gott über ihn nachgedacht und ihn ins Buch des Lebens geschrieben.
Auch heutzutage bleibt es trotz aller medizinischen Erkenntnisse und technischer Möglichkeiten immer noch ein Wunder, wie aus der Vereinigung zweier winziger Zellen und deren Information ein einzigartiger, absolut einmaliger Mensch entstehen kann.
Der Psalmbeter vertraut darauf, dass Gott als der Schöpfer der Welt jeden einzelnen Menschen ansieht und immer für ihn da ist. Es gibt keinen Ort, an dem der Mensch vor Gott verborgen ist – im negativen wie auch im positiven Sinn. Der Mensch kann sich vor Gott nicht verstecken – aber er fällt auch nicht aus der behütenden Beobachtung heraus.

Schau hin – Gott sieht dich an

Gott hat uns schon im Mutterleib gemacht. Dazu werden Bilder gezeigt:

  • aus dem Buch „Ein Kind entsteht“
  • Ultraschall-Bilder – vielleicht haben die Kinder sogar Ultraschall-Bilder von sich
  • Baby Bilder der Kinder (in der Einladung und beim vorigen Kindergottesdienst dazu auffordern!)
    Dann wird ein Bilderratespiel („Dalli-Klick“): gespielt. Jedes Kind bringt vorher ein Bild von sich mit, nach und nach werden Teile des Bildes freigelegt: „Wer ist das?“
    Jedes Kinderbild wird in die Schöpfungslandschaft gelegt.
    Lieder: Du bist spitze, du bist genial, Du bist du

Römer 8,18-24

Der Römerbrief ist gerichtet an die Gemeinde in Rom, der Paulus die Grundlinien seiner Verkündigung von der Rechtfertigung aus Glauben darlegen möchte, ehe er sie dann persönlich besucht.
Grundlage seiner Lehre ist die Gewissheit, dass Gott den Menschen in Jesus Christus sein rettendes Ja zugesprochen hat und sie damit frei gesprochen hat von aller Schuld (Röm 3,21-26). Wer dies im Glauben annimmt, für den erfüllt sich schon jetzt die Verheißung Gottes und der lebt im Frieden mit Gott (Röm 6,1-23). Durch die Taufe wird nun die Grundlage für ein neues, befreites Leben gelegt. Denn wer zu Christus gehört, in dem wohnt Gottes Geist und der ist ein Kind Gottes. Und wer im Geist Gottes und als Kind Gottes lebt, der führt ein verantwortungsvolles Leben, das sich am Willen Gottes ausrichtet (Röm 8,1-16).
Die endgültige Erlösung steht allerdings noch aus, darauf verweist Paulus besonders in Röm 8,18-24. Hier weitet er die Hoffnung auf Erlösung nun über die Erlösung der Menschen hinaus auf die ganze Schöpfung aus. Er stellt fest, dass die Schöpfung noch nicht frei und erlöst ist. Sie leidet in allen Teilen und entspricht nicht mehr dem, wie Gott sie einst geschaffen hat.
Gemeinsam mit den Menschen seufzt und stöhnt die Schöpfung und hofft auf Erlösung.
Das Verb „synodino“, das Martin Luther mit „ängstigen“ übersetzt, meint eigentlich das Stöhnen und Seufzen während der Geburt. Gerade dieses Bild von den Geburtswehen, an deren Ende das neue Leben steht, gibt ganz viel von der Hoffnung wieder, die Paulus verbreiten will. Wenn es auch in dieser Welt noch viel Leiden und Seufzen und Stöhnen gibt, so gibt es doch Hoffnung auf neues Leben, wenn das Leiden erst sein Ende gefunden hat. Und diese Hoffnung auf neues Leben gilt nun auch für die Schöpfung. Denn wenn die Kinder Gottes einst ganz im Geist Gottes leben werden, dann werden sie auch ihrem ursprünglichen Auftrag der Schöpfungsbewahrung nachkommen und dadurch die Schöpfung befreien.
Weil sie aber schon jetzt Teil der Schöpfung sind, treten sie auch jetzt schon solidarisch für die Geschöpfe ein. Sie nehmen die Leiden wahr und beklagen sie, halten gleichzeitig auch die Hoffnung auf Erlösung hoch, indem sie auch jetzt schon ihrem Bewahrungsauftrag aus 1. Mose 1 nachkommen.

Schau hin – Gottes Schöpfung leidet

Gemeinsam mit den Kindern wird überlegt, wo und wie die Schöpfung leidet: „Was würden die einzelnen Schöpfungsteile sagen?“ Die Kinder „leihen“ den Schöpfungsteilen ihre Stimme (ähnlich wie beim Bibliolog). Dabei wird jeweils ein dunkles Tuch auf die Landschaft gelegt (siehe auch unter Entfaltung im Einzelgottesdienst).
Was können wir dagegen tun? Mit den Kindern werden Aktionen überleget. Für jede Idee wird ein dunkles Tuch gegen ein durchsichtiges ersetzt.
Chagalls Bild „Schöpfung“ wird gezeigt. Wie sehen die Hoffnungsbilder der Kinder aus? Welche Farben überwiegen?
Lieder: Eine Handvoll Erde, Ich glaube fest


Hintergrundinformationen

Glaubens- und Lebenswelten von Kindern begegnen

Erntedank ist – selbst in ländlichen Gegenden – keine Selbstverständlichkeit mehr. Das ganze Jahr über können alle möglichen Früchte und Gemüsesorten gekauft werden. Der Rhythmus des Jahres mit Säen, Wachsen und Ernten ist vielen Kindern nicht mehr vor Augen. Auch ist der Dank an Gott, den Schöpfer und Ernährer, in dessen Hand das Leben auf der Erde liegt, nicht mehr selbstverständlich.
Vielmehr begegnen Kinder schon früh den wissenschaftlichen Theorien über die Weltentstehung. Wird der Schöpfungs- „Bericht“ oder auch Psalm 139 als Tatsachenbericht weitergegeben, werden sich Kinder schnell abwenden und sie als Märchen abtun. Deshalb ist es wichtig, die Schöpfungserzählungen nicht als Gegenmodelle zu wissenschaftlichen Erkenntnissen darzustellen, sondern sie wie oben angedeutet als Glaubenszeugnisse an die Kinder weiterzugeben: Gott ist der Ursprung und Bewahrer allen Lebens und dafür kann ihm gedankt werden.
Die Welt, wie sie geschaffen wurde, ist heutzutage mehr denn je nicht mehr in Ordnung. Schon Paulus schreibt, dass die Schöpfung seufzt und stöhnt. Auch Kinder sind sensibel für dieses Stöhnen der Schöpfung und werden viele Beispiele benennen können. Und sie haben meist auch ein Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Schöpfung.

Entscheidungen auf dem Weg zu den Gottesdiensten

Thema der ersten beiden Gottesdienste ist die Schöpfungserzählung nach 1. Mose 1.
Die Verse des ersten Gottesdienstes sind dabei aus dem Zusammenhang des gesamten Schöpfungsberichtes herausgenommen und bilden das Thema für diesen Gottesdienst. Denn beim Erntedankfest soll erst einmal gefeiert werden, dass Gott den Menschen geschaffen hat und ihn in die Schöpfung hineingesetzt hat. Er hat ihm die Pflanzen, die Samen und Früchte zur Nahrung gegeben. Dafür können wir ihm danken.
Im zweiten Gottesdienst steht dann die gesamte Schöpfung, die Gott geschaffen hat, im Mittelpunkt.
Der Römerbrief ist kein Text, der für Kinder geschrieben ist – und doch kann das, was Paulus schreibt, auch Kinder ansprechen. Denn er beschreibt etwas, was die Kinder erleben oder was ihnen bewusst ist: Die Schöpfung ist nicht immer nur schön und heil und gesund. Die Natur leidet. Sie ist nicht so, wie es sein sollte. Dieses Leiden soll mit den Kindern wahrgenommen werden und gemeinsam überlegt werden, wie die Welt einmal war und was jeder einzelne tun kann, damit sie wieder so gut wird.

Weiterführendes

Vernetzung

Ein Gemeinde -Schöpfungstag wird begangen, an dem „gesät“ und auch geerntet wird, die Schöpfung bewahrt und auch gefeiert wird.
Am Anfang werden Blumenzwiebeln für das Frühjahr in die Erde gesetzt. Dafür gibt es vielleicht einen Gemeindegarten, einen Vorplatz vor der Kirche – oder jemand aus der Gemeinde stellt seinen Garten zur Verfügung. Vielleicht ergibt sich auch die Möglichkeit, mit einem Landwirt zusammen das Wintergetreide in die Erde zu bringen.
Danach werden Früchte oder Gemüse geerntet: Äpfel, Kartoffeln, Möhren usw.
Gemeinsam wird rund ums Gemeindehaus oder in freiem Gelände die Natur von Unrat gesäubert. Nach getaner Arbeit werden am Lagerfeuer Kartoffeln und Äpfel gebraten und Stockbrot gebacken.

Lieder

  • Du hast uns deine Welt geschenkt (LJ 502, LHE 355)
  • Du bist spitze, du bist genial (LH 78, LHE 343)
  • Du bist du (LH 79, KuS 468)
  • Eine Handvoll Erde (LH 74, KiKiHits 26)
  • Ich glaube fest (LH2 224, Kommt, atmet auf (Liederheft zum [EG] Bayern; Kommt, atmet auf @ Gottesidienstinstitut) Nr. 79)
  • Laudato si ([EG] 515)
  • Mein Gott, das muss anders werden (LH 18, KG 194)
  • Wir pflügen und wir streuen (EG 508)
  • Psalm 139 in Übertragung bei Sagt Gott neu, S. 72, Verlag Junge Gemeinde

Praxishilfen

  • Marc Chagall: Schöpfung, Original Lithographie Bilder zur Bibel, 1960 (als Abbildung im Internet zu finden)
  • Lennart Nilsson, Lars Hamberger, Ein Kind entsteht. Bilddokumentation über die Entwicklung des Lebens im Mutterleib. Mosaik-Verlag: München 1990.

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