Aus dem Licht ins Dunkel – aus dem Dunkel ins Licht. Passion und Ostern nach Lukas

Aus dem Licht ins Dunkel – aus dem Dunkel ins Licht. Passion und Ostern nach Lukas

In einer orthodoxen Legende wird der Evangelist Lukas als der erste Ikonenmaler bezeichnet und seine bildhafte Erzählung der Passions- und Ostergeschichte lässt einen glauben, dass das stimmt. Lukas arbeitet wie in einem Rembrandtgemälde mit der starken Wirkung des Kontrastes zwischen Dunkel und Hell, mit den Licht- und Schattenseiten des Menschen. Durch das gesamte Evangelium zieht sich wie ein roter Faden der Gedanke, dass Gottes Macht in seiner Barmherzigkeit sichtbar wird. Wer die Barmherzigkeit Gottes missachtet, begibt sich auf die dunkle Seite, in das Gegenüber zu Gott. Aber derjenige, der Gott folgt und selber Barmherzigkeit übt, stellt sich in das Licht, das von Jesus, dem Christus, ausgeht.

22.03.2020 (4. Sonntag der Passionszeit: Laetare)
Lukas 19,28-40
Am helllichten Tag: Einzug

29.03.2020 (5. Sonntag der Passionszeit Judika)
Lukas 22,3-6.39-71
Eine finstere Nacht: Verhaftung

05.04.2020 (6. Sonntag der Passionszeit Palmsonntag)
Lukas 23,1-26
Ein dunkler Tag: Verhör

10.04.2020 (Karfreitag)
Lukas 23,32-49
Am Tag wird’s Nacht: Kreuzigung

12/13.04.2020 (Ostern)
Lukas 24,1-12
Ein strahlender Morgen: Ostern

19.04.2020 (1. Sonntag nach Ostern: Quasimodogeniti)
Lukas 24,13-35
Ein heller Abend: Emmaus

Die biblischen Texte

Die Darstellung des Passions- und Ostergeschehens im Lukasevangelium führt die Leser quasi wie die Emmausjünger auf einem Weg, der sie aus dem Dunkel ins Licht mit und bei Gott bringt.
In der Zeit des Lukas beginnt sich die christliche Botschaft in den hellenistisch-römischen Kulturraum auszubreiten. Daher spielt er in dem alle Menschen belastenden Passionsgeschehen die Rolle der Römer herunter und lässt z. B. Pharisäer Schriftgelehrte und anderen Gegner Jesu im Gegenzug schlecht dastehen.

Vielleicht war das noch einmal ein Tag von „Samt und Seide“, einfach „Königswetter“, aber schon ziehen am Horizont von Seiten der Hohepriester, Schriftgelehrten und der Gegner drohend dunkle Wolken des Widerspruchs und des Hasses auf.
Bereits mit dem Einzug Jesu nach Jerusalem spitzt sich der Konflikt zwischen Jesus und seinen Gegnern zu. Sie haben die in der Wahl des Reittiers, des Eselsfüllen verborgene Botschaft verstanden. Sie kannten die Geschichte von König Salomo (1Kön 1), der auf dem Rücken eines Maultiers zu seiner Herrschaftsübernahme nach Jerusalem einritt und die Prophezeiung Sacharjas (Sach 9,9), nach der der Friedenskönig auf dem Eselsfüllen reitend vom Volk bejubelt wird. Für die Schriftgelehrten und Pharisäer kann Jesus aber nicht der verheißene König sein. Jedoch die Jünger Jesu haben es erkannt und stimmen den Lobpreis des Psalms 118 an: „Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn!“ (V. 38).

Der Gegenspieler Gottes, der Herr der Finsternis tritt wieder auf. Lange Zeit, seit er Jesus in Wüste versucht hat, hat er nichts von sich hören lassen. Seine Dunkelheit greift sogar nach den Freunden Jesu und bemächtigt sich des Judas.
Im Garten Gethsemane scheint es, als breche Jesus unter der Last zusammen. Erst die Stärkung durch einen Engel versetzt ihn in die Lage bis mit dem Tod zu ringen. Dass die Jünger in der Zeit einschlafen, wird von Lukas mit ihrer sie überwältigenden Traurigkeit entschuldigt. Sie bleiben so seine Vertrauten. Als es zur Verhaftung kommt, verteidigt Petrus Jesus. Jesus verhindert eine weitere Eskalation, denn jetzt ist die Stunde der Gegner Jesu und ihres Herrn, die Stunde der „Macht der Finsternis“.
Petrus spürt das am eigenen Leib. Jesus hat es ihm wie Judas vorausgesagt. Ihn und alle anderen „hat Satan begehrt“ (Lk 22,31) und so verleugnet Petrus Jesus.
Der anschließende Prozess vor dem Hohen Rat bringt die Sache auf den Punkt. Hier geht es nicht um Jesu Verstoß gegen politische oder religiöse Ordnungen, hier geht es um ihn selber, um seine Identität. Er ist der „Christus“, der vom Heiligen Geist Begabte (Lk 3,22), in ihm ist Gottes Macht selbst präsent (Lk 22,69).

Aus den Fängen der Dunkelheit scheint Jesus jedoch nicht mehr herauszukommen, obwohl das nun folgende Verhör vor Pilatus in der Dramaturgie der Ereignisse wie ein unverhoffter Lichtstreif am Horizont wirkt. Pilatus ist eigentlich nur an einer philosophischen Diskussion interessiert. Dass der Mann schuldig sein soll, vermag er nicht zu begreifen. Aber vielleicht kann König Herodes Antipas etwas mehr Licht in die Angelegenheit bringen. Doch auch er ist an der Schuldfrage nicht interessiert. Herodes ist lediglich ein sensationshungriger Machtmensch.
Lukas bemüht sich, sowohl die römische Verantwortung für die Verurteilung Jesu durch Pilatus, als auch sogar die Verantwortung des mit den Römern verbündeten Herodes herunterzuspielen. Im Gegenzug belastet er die Gegner Jesu auf jüdischer Seite, denen Pilatus letztlich genervt nachgibt. Bei Lukas verspotten allenfalls Herodes und seine Soldaten Jesus. Rom bleibt im Passionsgeschehen außen vor.

Der Kontrast zwischen Hell und Dunkel, die Licht- und Schattenseiten im Menschen werden erneut aufgegriffen, Jesus wird wie ein wirklicher Übeltäter zwischen anderen Verbrechern gekreuzigt. Aber einer von ihnen, ein Mörder ergreift die Chance umzukehren und seinem Leben eine neue Wendung zu geben. Daher wird er zu den Kindern der Auferstehung gehören – mehr noch – „heute noch wirst du mit mir im Paradies sein“. Nicht erst in drei Tagen – nein, heute noch.
Dann bricht die Finsternis endgültig herein. Aber anders als bei Markus erlebt Jesus hier nicht die Gottverlassenheit, sondern legt seine ganze Person in Gottes Hand und stirbt. Es bleibt einem Fremden, dem römischen Hauptmann, überlassen zu erkennen, was hier passiert, dass nämlich Gott selber in dem Geschehen am Werk ist.

Aus der Nacht kommen die Frauen früh am Morgen zum Grab. Sie finden es offen. Gottes lichtvolle Macht findet ihren Weg selbst in die Dunkelheit des Grabes. Das Leben, das uns verheißen ist, muss nicht mehr unter Verschluss bleiben.
Die Rat- und Hilflosigkeit der Frauen in dieser Situation fangen zwei Männer auf, die ihnen die Bedeutung zugänglich machen. Es ist müßig das Leben dort zu suchen, wo der Tod ist. Die Frauen müssen sich nur an das erinnern, was Jesus ihnen und allen anderen vor seinem Tod in Galiläa gesagt hat. Ostern bedeutet für diese Frauen, dass sich Jesu Worte ihnen neu und lebensspendend erschließen.
Ohne den Auferstandenen selber zu Gesicht bekommen zu haben, glauben sie und geben diesen Glauben weiter. Für die Jünger ist jedoch das, was ihnen die Frauen verkünden „leeres Geschwätz“. Und selbst bei Petrus, der sich vom offenen und leeren Grab selbst überzeugt, reicht es nur zur Verwunderung, aber nicht zur Erleuchtung und zum strahlenden Glauben.

Die Jünger, die nach Emmaus zurückkehren, sind noch ganz in der Dunkelheit gefangen. In ihnen glimmt ein kleiner Funke dennoch bei dem, wie der Fremde, wie Jesus, den sie nicht erkennen, ihnen „die ganze Schrift auslegt“ (Lk 24,26). Jesus knüpft wie die Männer am Grab bei dem an, was er bereits immer wieder gesagt und ihnen in Gleichnissen versucht hat, verständlich zu machen. Der Schlüssel für alles liegt in den Heiligen Schriften Israels. Moses und alle Propheten haben Gottes barmherziges Handeln verkündet und in Gottes Namen eingeladen, das eigene Leben danach auszurichten. Dass Gottes Heiliger Geist und damit Gottes Macht in ihm ist, haben sie nie so recht erkannt.
Mit Jesu Tod am Kreuz hatten sich alle ihre Hoffnungen zerschlagen. Die Nachricht der Frauen, dass das Grab leer ist, musste sie erschrecken. Die erhellende Botschaft, dass Gottes Macht nicht an der Grenze des Todes endet, führte sie noch nicht zu einem befreiten Glauben. Ihnen fehlte der entscheidende Schlüssel, um alles verstehen zu können.
Sie begreifen erst später, als sie spüren, dass die Dunkelheit wieder nach ihnen greift und sie sich nach Gemeinschaft sehnen und sie diese erleben. Als er sich ihnen im Zeichen des Brotbrechens zu erkennen gibt, da begreifen sie es. Für einen kleinen Augenblick wird darin Christi Gegenwart erlebbar. Das reicht, die Trägheit und Unverständigkeit des Herzens zu überwinden und umzukehren in Richtung Tag, in Richtung auf das Leben. Jetzt können die beiden aus vollem Herzen ihre Geschichte erzählen.

Entfaltung

Im monatlichen Gottesdienst steht die Erzählung von den Jüngern von Emmaus im Mittelpunkt.

Der auch im Gottesdienst der Erwachsenen vorgesehene Psalm 118,14-24 nimmt die Thematik von Ostern und Passion, Dunkel und Hell, Tag und Nacht hervorragend auf. Im Laufe des Gottesdienstes kehrt er in Teilen oder als Ganzes als liturgisches Element immer wieder, möglichst in einer kindgemäßen Übertragung (siehe Praxishilfen).

Für die Erzählung bietet sich ein zentraler Schauplatz für die Emmausgeschichte an. Um diesen herum wird das rückblickende Erzählen mit „Nebenschauplätzen“ gestaltet.
Es wird erzählt, wie die der auferstandene Jesus in den Jüngern, die noch ganz in der Dunkelheit ihrer Trauer gefangen sind, die kleine Flamme ihres Glaubens- und Hoffnungslichtes entfacht.

Als Gestaltungselement dienen zwei Tücher, mit denen man den Kontrast zwischen Hell und Dunkel gut herausarbeiten kann. Dazu kommen Kerzen in unterschiedlicher Größe und Ausführung, die zum Teil leuchten oder erloschen sind, bzw. im Laufe der Erzählung ausgelöscht oder entzündet werden.

Zum Schluss der Erzählung besteht die Möglichkeit, mit den Kindern das Abendmahl zu feiern oder zumindest die Szene, in der Jesus das Brot mit den Jüngern bricht, in der Gestaltung aufzugreifen.

Lukas 19,28-40

Vielleicht war das noch einmal ein Tag von „Samt und Seide“, einfach „Königswetter“, aber schon ziehen am Horizont von Seiten der Hohepriester, Schriftgelehrten und der Gegner drohend dunkle Wolken des Widerspruchs und des Hasses auf.
Bereits mit dem Einzug Jesu nach Jerusalem spitzt sich der Konflikt zwischen Jesus und seinen Gegnern zu. Sie haben die in der Wahl des Reittiers, des Eselsfüllen verborgene Botschaft verstanden. Sie kannten die Geschichte von König Salomo (1Kön 1), der auf dem Rücken eines Maultiers zu seiner Herrschaftsübernahme nach Jerusalem einritt und die Prophezeiung Sacharjas (Sach 9,9), nach der der Friedenskönig auf dem Eselsfüllen reitend vom Volk bejubelt wird. Für die Schriftgelehrten und Pharisäer kann Jesus aber nicht der verheißene König sein. Jedoch die Jünger Jesu haben es erkannt und stimmen den Lobpreis des Psalms 118 an: „Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn!“ (V. 38).

Am helllichten Tag: Einzug

Während der Erzählung gestalten wir mit den Kindern einen fröhlichen, bunten Weg für die Christuskerze. Die brennenden Kerzen der Kinder stehen auf beiden Seiten des Weges. Zwei oder drei schwarze Bänder oder Streifen kreuzen den bunten Weg der Christuskerze. Auf diesen stehen Kerzen, die nicht brennen.
Das Bild wird als Kollage gestaltet, bei der in plastische Elemente wie z. B. Blätter oder Stoffstücke mit eingearbeitet werden können.

Lukas 22,3-6.39-71

Der Gegenspieler Gottes, der Herr der Finsternis tritt wieder auf. Lange Zeit, seit er Jesus in Wüste versucht hat, hat er nichts von sich hören lassen. Seine Dunkelheit greift sogar nach den Freunden Jesu und bemächtigt sich des Judas.
Im Garten Gethsemane scheint es, als breche Jesus unter der Last zusammen. Erst die Stärkung durch einen Engel versetzt ihn in die Lage bis mit dem Tod zu ringen. Dass die Jünger in der Zeit einschlafen, wird von Lukas mit ihrer sie überwältigenden Traurigkeit entschuldigt. Sie bleiben so seine Vertrauten. Als es zur Verhaftung kommt, verteidigt Petrus Jesus. Jesus verhindert eine weitere Eskalation, denn jetzt ist die Stunde der Gegner Jesu und ihres Herrn, die Stunde der „Macht der Finsternis“.
Petrus spürt das am eigenen Leib. Jesus hat es ihm wie Judas vorausgesagt. Ihn und alle anderen „hat Satan begehrt“ (Lk 22,31) und so verleugnet Petrus Jesus.
Der anschließende Prozess vor dem Hohen Rat bringt die Sache auf den Punkt. Hier geht es nicht um Jesu Verstoß gegen politische oder religiöse Ordnungen, hier geht es um ihn selber, um seine Identität. Er ist der „Christus“, der vom Heiligen Geist Begabte (Lk 3,22), in ihm ist Gottes Macht selbst präsent (Lk 22,69).

Eine finstere Nacht: Verhaftung

Die Christuskerze ist umgeben von Haushaltskerzen, die nicht brennen. Die Kerzen der Kinder brennen und bilden einen Kreis außerhalb. Von jeder dieser Kerzen geht jeweils ein Band durch den Ring der Haushaltskerzen zur Christuskerze. Bei der Christuskerze steht eine weitere brennende Kerze, die in eine schwarze Papiermanschette gehüllt ist.
In einer weiteren Szene steht die Christuskerze vor einer großen Kerze, die nicht brennt. Abseits steht die Kerze von Petrus. Sie ist ebenfalls in eine schwarze Papiermanschette gehüllt und brennt. Die Kerzen der Kinder stehen bei der Petruskerze.
Für das Bild werden Zeichenblätter mit Graphitkreiden ganz bedeckt. Anschließend können die Kinder mit Radiergummis (evtl. Radierstiften) und Graphitstiften ihr Bild als hell/dunkel Kontraste aus der dunklen Fläche herausarbeiten.

Lukas 23,1-26

Aus den Fängen der Dunkelheit scheint Jesus jedoch nicht mehr herauszukommen, obwohl das nun folgende Verhör vor Pilatus in der Dramaturgie der Ereignisse wie ein unverhoffter Lichtstreif am Horizont wirkt. Pilatus ist eigentlich nur an einer philosophischen Diskussion interessiert. Dass der Mann schuldig sein soll, vermag er nicht zu begreifen. Aber vielleicht kann König Herodes Antipas etwas mehr Licht in die Angelegenheit bringen. Doch auch er ist an der Schuldfrage nicht interessiert. Herodes ist lediglich ein sensationshungriger Machtmensch.
Lukas bemüht sich, sowohl die römische Verantwortung für die Verurteilung Jesu durch Pilatus, als auch sogar die Verantwortung des mit den Römern verbündeten Herodes herunterzuspielen. Im Gegenzug belastet er die Gegner Jesu auf jüdischer Seite, denen Pilatus letztlich genervt nachgibt. Bei Lukas verspotten allenfalls Herodes und seine Soldaten Jesus. Rom bleibt im Passionsgeschehen außen vor.

Ein dunkler Tag: Verhör

Zwei besonders schöne Kerzen (evtl. vorher entsprechend mit Verzierwachs geschmückt) sind nicht angezündet und stehen der Christuskerze gegenüber.
Auf Aquarellkarton wird mit „Rubbelkrepp“ (eine Flüssigkeit, die den Bereich vom Farbauftrag freihält und die man später entfernen kann, so dass der weiße Papiergrund wieder sichtbar wird) eine menschliche Gestalt gemalt. Der Karton wird anschließend gleichmäßig mit einer dunkelgrauen Aquarellfarbe Nass in Nass eingestrichen. Nach dem Trocknen kann man das „Rubbelkrepp“ entfernen in der dunklen Farbfläche erscheint die Jesusgestalt. Ihr gegenüber malen wir mit Wachsmalkreiden Pilatus und Herodes.

Lukas 23,32-49

Der Kontrast zwischen Hell und Dunkel, die Licht- und Schattenseiten im Menschen werden erneut aufgegriffen, Jesus wird wie ein wirklicher Übeltäter zwischen anderen Verbrechern gekreuzigt. Aber einer von ihnen, ein Mörder ergreift die Chance umzukehren und seinem Leben eine neue Wendung zu geben. Daher wird er zu den Kindern der Auferstehung gehören – mehr noch – „heute noch wirst du mit mir im Paradies sein“. Nicht erst in drei Tagen – nein, heute noch.
Dann bricht die Finsternis endgültig herein. Aber anders als bei Markus erlebt Jesus hier nicht die Gottverlassenheit, sondern legt seine ganze Person in Gottes Hand und stirbt. Es bleibt einem Fremden, dem römischen Hauptmann, überlassen zu erkennen, was hier passiert, dass nämlich Gott selber in dem Geschehen am Werk ist.

Am Tag wird’s Nacht: Kreuzigung

Auf einem großen weißen Tuch liegt ein etwas kleineres dunkles Tuch. Mit braunen Tuchstreifen werden nebeneinander drei Kreuze auf das dunkle Tuch gelegt. Das Kreuz in der Mitte und eines der Kreuze an seiner Seite berühren sich am Ende ihres jeweiligen Querbalkens. Das andere Kreuz liegt mit Abstand zum Mittelkreuz. Die Christuskerze steht auf dem mittleren Kreuz und eine brennende Kerze auf dem Kreuz, das das Mittelkreuz berührt. Auf dem anderen Kreuz steht eine Kerze, die nicht brennt.
Für die Bildgestaltung nehmen wir ein „Kratzbild“ (Im Handel schon fertig vorbereitet erhältlich). Das Kreuz Jesu und des bekehrten Verbrechers werden als schwarze Kreuz aus einer bunten Umgebung herausgearbeitet. Das andere Kreuz wird nur mit feinen Umrisslinien angedeutet.

Lukas 24,1-12

Aus der Nacht kommen die Frauen früh am Morgen zum Grab. Sie finden es offen. Gottes lichtvolle Macht findet ihren Weg selbst in die Dunkelheit des Grabes. Das Leben, das uns verheißen ist, muss nicht mehr unter Verschluss bleiben.
Die Rat- und Hilflosigkeit der Frauen in dieser Situation fangen zwei Männer auf, die ihnen die Bedeutung zugänglich machen. Es ist müßig das Leben dort zu suchen, wo der Tod ist. Die Frauen müssen sich nur an das erinnern, was Jesus ihnen und allen anderen vor seinem Tod in Galiläa gesagt hat. Ostern bedeutet für diese Frauen, dass sich Jesu Worte ihnen neu und lebensspendend erschließen.
Ohne den Auferstandenen selber zu Gesicht bekommen zu haben, glauben sie und geben diesen Glauben weiter. Für die Jünger ist jedoch das, was ihnen die Frauen verkünden „leeres Geschwätz“. Und selbst bei Petrus, der sich vom offenen und leeren Grab selbst überzeugt, reicht es nur zur Verwunderung, aber nicht zur Erleuchtung und zum strahlenden Glauben.

Ein strahlender Morgen: Ostern

Mit großen Steinen wird ein Berg mit einer Höhle gestaltet. In der Höhle weit drinnen brennt ein kleines Teelicht. Vor der Höhle liegt ein dicker Stein. Beidseits des Höhleneingangs stehen zwei schlichte weiße brennende Kerzen. Für die Frauen am Grab gibt es jeweils eine Kerze, die wie die Kerzen der Kinder während der Erzählung an den beiden Kerzen entzündet werden.
Das Bild wird als Sandbild mit vorher entsprechend unterschiedlich eingefärbtem Sand gestaltet.

Lukas 24,13-35

Die Jünger, die nach Emmaus zurückkehren, sind noch ganz in der Dunkelheit gefangen. In ihnen glimmt ein kleiner Funke dennoch bei dem, wie der Fremde, wie Jesus, den sie nicht erkennen, ihnen „die ganze Schrift auslegt“ (Lk 24,26). Jesus knüpft wie die Männer am Grab bei dem an, was er bereits immer wieder gesagt und ihnen in Gleichnissen versucht hat, verständlich zu machen. Der Schlüssel für alles liegt in den Heiligen Schriften Israels. Moses und alle Propheten haben Gottes barmherziges Handeln verkündet und in Gottes Namen eingeladen, das eigene Leben danach auszurichten. Dass Gottes Heiliger Geist und damit Gottes Macht in ihm ist, haben sie nie so recht erkannt.
Mit Jesu Tod am Kreuz hatten sich alle ihre Hoffnungen zerschlagen. Die Nachricht der Frauen, dass das Grab leer ist, musste sie erschrecken. Die erhellende Botschaft, dass Gottes Macht nicht an der Grenze des Todes endet, führte sie noch nicht zu einem befreiten Glauben. Ihnen fehlte der entscheidende Schlüssel, um alles verstehen zu können
Sie begreifen erst später, als sie spüren, dass die Dunkelheit wieder nach ihnen greift und sie sich nach Gemeinschaft sehnen und sie diese erleben. Als er sich ihnen im Zeichen des Brotbrechens zu erkennen gibt, da begreifen sie es. Für einen kleinen Augenblick wird darin Christi Gegenwart erlebbar. Das reicht, die Trägheit und Unverständigkeit des Herzens zu überwinden und umzukehren in Richtung Tag, in Richtung auf das Leben. Jetzt können die beiden aus vollem Herzen ihre Geschichte erzählen.

Ein heller Abend: Emmaus

Mit Tüchern werden zwei Wege gelegt, die aufeinandertreffen und dann in einem Weg weiterführen. Auf dem einen Weg steht die brennende Christuskerze, auf dem anderen die beiden nicht brennenden Kerzen der Emmausjünger und die ebenfalls nicht brennenden Kerzen der Kinder. Über diesen Kerzen liegt ein dünnes Tuch. Am Ende des Weges steht eine Schale mit Brot (eventuell auch eine Karaffe mit Traubensaft und Becher). Alles ist mit einem hellen Tuch abgedeckt. Um die gesamte Szene werden bunte Stoffblütenblätter gestreut. Am Ende der Erzählung wird das Tuch von der Brotschale (ggf. vom Kelch und den Bechern) abgenommen. Entweder wird dann Abendmahl gefeiert oder nur das Brot geteilt. Hierzu wird auch das Tuch von den Kerzen genommen und die Kerzen an der Christuskerze entzündet.
Das Bild im Zentrum wird heute mit Pastellkreiden gestaltet.


Hintergrundinformationen

Glaubens- und Lebenswelten von Kindern begegnen

„Heute kommt der dunkelste Tag.“ Mit diesen Worten kommentierte Florian vor ein paar Jahren den Kindergottesdienst am Karfreitag. Er und die anderen Kinder spürten, was für eine bedrückende und die Lebensfreude verdunkelnde Wirkung von dem Geschehen um Jesu Verhaftung, Prozess und Tod ausgeht.
Kinder haben ein untrügliches Gefühl dafür, dass es bedrängende Momente im Leben gibt, vor denen sie nicht ausweichen können. In der Passionsgeschichte nach Lukas erfahren sie, wie Jesus als seinen Weg durch die stärkende Kraft Gottes selbst in der tiefsten Dunkelheit gehen kann. Darin zeigt sich Barmherzigkeit, die Gott uns schenkt, die Jesus erklärt und erleben lässt und in der wir ihm nachfolgen sollen.
Das klare Kontrastschema zwischen Dunkel und Hell und somit zwischen den Schatten- und Lichtseiten im menschlichen Leben kann Kindern eine Hilfe sein, die Welt zu verstehen. Allerdings begegnet diese klare Trennung von Hell und Dunkel Kindern eher in Geschichten, Filmen oder Büchern, wie z. B. Harry Potter oder „Star Wars“.
Die Realität ist deutlich komplizierter. Die Geschichten von Ostern nach Lukas können für die Kinder zu einem Verstehensschlüssel werden, der ihnen auch in unklaren und beängstigenden Situation einen Lichtblick öffnet.
Weil Jesus in die schlimmste aller Situationen Licht gebracht hat, können sie sich daran festhalten: Weder im Leiden, noch sogar im Tod fällt ein Kind Gottes aus seiner Hand. Das hilft, den dunkelsten Tagen ihren Schrecken zu nehmen. Leidvolle Erfahrungen, traurige Erlebnisse und die Angst vor Verlust in ihrem Leben müssen nicht tief verschlossen im Dunkeln bleiben, sondern können in diesem Licht angesehen und entmachtet werden.

Entscheidungen auf dem Weg zu den Gottesdiensten

Das Lukasevangelium fügt Passion und Ostern in unverbrüchlicher Weise zusammen, sie sollten darum auch in dieser Einheit nicht auseinandergerissen werden. Gerade im Zusammenhang wird deutlich: Man kann die dunklen Seiten anschauen, kann hinschauen und sich davon anrühren lassen, sich an Jesu Seite erleben, der uns an die Hand nimmt. In ihm wird Gottes Macht erkenn- und erlebbar.
An Judas, Petrus und den mit Jesus gekreuzigten Verbrechern wird sichtbar, wie Gott zu seiner Zusage steht. Alle Drei erleben, dass eine dunkle Macht nach ihnen greift, die ihr Leben mit Finsternis überschattet. Trotz ihrer Schattenseiten hält Jesus an ihnen fest.
Auch wenn Jesus – wie bei den Emmausjüngern – nicht auf den ersten Blick erkennbar ist, bleibt er in der Nähe. So lässt sich auch Leid durchstehen, Einsamkeit überwinden, Angst bewältigen und in Trauer Trost finde

Weiterführendes

Vernetzung

Bei dieser Reihe bietet es sich an, in einem generationsübergreifenden Gottesdienst am Ostermontag die Emmausgeschichte in den Mittelpunkt zu stellen. Jeder Gottesdienstbesucher erhält eine Kerze. Ähnlich wie bei einem Kreuzweg bewegt man sich vom Beginn der Emmausgeschichte über die Stationen der Passionsgeschichte, an die in kurzen Szenen (s.o.) erinnert wird, wieder zurück zum Ende der Emmausgeschichte. Der Gottesdienst mündet in ein großes gemeinsames Frühstück („Mitmachbrunch“).

Lieder

  • Als Jesus gestorben war (MKL1, 113; KuS 100)
  • Im Dunkel unserer Nacht (Die Fontäne in blau. Lieder, die Horizonte öffnen. EJW Stuttgart 21994, Nr. 40)
  • Aus der Tiefe rufe ich zu dir, (LHE 215, KuS 417)
  • Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht (LH 83, KG 149)
  • Tanz, tanz, wo immer du auch bist (LH 260)
  • Strahlen brechen viele (EG 268; KuS 306)

Praxishilfen

  • Psalm 118: Für Kinder: Dir kann ich alles sagen, Gott, Rheinischer Verband für Kindergottesdienst, Wuppertal 2007, S. 121
  • Regine Schindler, Ivan Gantschev, Die Ostergeschichte nach Lukas, Gütersloh 2006
  • Ingo Baldermann, Fürchtet euch nicht, Die Passions- und Ostergeschichte für Kinder, Düsseldorf 2003
  • Vio Mütter, Der Notfall namens Jesus, Bielefeld 2016
  • Anselm Grün, Giuliano Ferri, Die Ostergeschichte, Freiburg 2012
  • Stefan Alkier, Die Realität der Auferweckung in, nach und mit den Schriften des Neuen Testaments, Tübingen 2009, S. 122-138

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