Von Gottes Wort getragen – Geschichten vom Propheten Elia

Von Gottes Wort getragen – Geschichten vom Propheten Elia

Elia ist ein ungewöhnlicher Held. Als Kämpfer für Gott und seine Gerechtigkeit gerät er in abenteuerliche Höhen und leidet unter tiefen Zweifeln. Gott lässt ihn nicht los. Elia bleibt von Gott getragen, im Überschwang seiner Leidenschaft ebenso wie in der Phase völliger Erschöpfung. Elias Geschichte handelt vom „Sich in Gottes Wege einüben“, von Zumutung, Mut und Ermutigung.

18.04.2021 (2. Sonntag nach Ostern: Miserikordias Domini)

  1. Könige 16,29-33; 17,1-6
    Am Bach Krit – Elia wird von Gott versorgt

25.04.2021 (3. Sonntag nach Ostern: Jubilate)

  1. Könige 18,1-2a.17-46
    Auf dem Berg Karmel – Gott siegt durch Elia

02.05.2021 (4. Sonntag nach Ostern: Kantate)

  1. Könige 19,1-16
    Am Berg Horeb – Elia begegnet Gott

09.05.2021 (5. Sonntag nach Ostern: Rogate)

  1. Könige 21
    Nabots Weinberg – Elia tritt für Gottes Gerechtigkeit ein

Die biblischen Texte

Elia war ein Prophet im Nordreich Israels zur Regierungszeit des Königs Ahab (875-853 v. Chr). Israel erlebte unter König Ahab politisch und wirtschaftlich eine Blütezeit. Allerdings erlaubte Ahab seiner Frau Isebel die Einführung des Baalskultes in Israel, für fromme Israeliten ein ständiger Stein des Anstoßes. Er selbst erstrebte für sich die Unabhängigkeit vom Recht Gottes, wollte ein absoluter Herrscher werden wie die Priesterkönige oder Gottkönige der Nachbarstaaten. Elia wird dagegen gezeigt als ein Prophet, der von Gottes Wort geführt und getragen wird. Schon sein Name (Elia = „Mein Gott ist Jahwe“) zeigt Elias Treue zu Gott und seiner Gerechtigkeit.
Die Eliageschichten gehören zu den ironischen Geschichten in der Heiligen Schrift. Die Auseinandersetzung mit dem scheinbar übermächtigen Baal wird auf witzige, entlarvende Weise aus der Sicht einer kleinen Minderheit geführt. Das sollte man vor allem dann nicht vergessen, wenn man meint, sich über die Grausamkeit Elias erheben zu sollen, der die Baalspriester nach dem Sieg am Karmel verfolgt. Diese Art von Geschichten stehen den schwachen Minderheiten zu. Würden sie von den Mächtigen erzählt werden, dann könnte man ihre Legitimität bezweifeln.

Das Wort Gottes ergeht an Elia und rettet ihn, der auf Gottes Wort vertraut. In dem Augenblick, in dem Israel unter Ahab den Fruchtbarkeitsgott Baal verehrt, kommt nämlich eine Trockenheit über das Land, nichts wächst mehr, das Land wird zur Wüste. Elia wandert auf Gottes Wort hin zum Bach Krit, wo er Wasser hat und ihn die Raben mit Brot und Fleisch versorgen, weil Gott seine Propheten nicht im Stich lässt. Dort überlebt er im Verborgenen, so wie Gott selbst für Israel, das dem Baal „nachläuft“, im Augenblick verborgen ist. Dort am Bach Krit bekommt Elia Zeit, auf das Wort Gottes zu hören, sich einzuüben in Gottes Wege.

Auf dem Berg Karmel tritt Elia allein gegen 450 Baalspriester an. Er lässt ihnen den Vortritt und die Wahl aller Bedingungen. Diese Geschichte gehört zu den witzigsten Geschichten der Heiligen Schrift. Der Einzelkämpfer Elia erkennt die lächerliche Seite des Baalskultes und kommentiert ihr pompöses Auftreten spöttisch. Sein Spott gleicht dem Humor der Radio-Erewan-Witze oder anderer Witze über Terrorregime und deren Vertreter. Schließlich erweist sich Jahwe als der einzige Gott, der das Brandopfer entzünden kann. Vielleicht ja auch eine Stelle, bei der ER selbst, augenzwinkernd mitspielt beim Gottesbeweis.

Der völlig erschöpfte Elia erfährt am Berg Horeb eine andere Seite Gottes. Dort gibt ihm Gott Raum für seine Wut, seine Verzweiflung und seinen inneren Zwiespalt. Alle Natur-Phänomene (Vulkanausbruch, Donner, Sturm), die Mose als Begleiterscheinung Gottes erfahren hatte, bringen Elia Gott nicht nahe, sondern ein stilles, sanftes Sausen, dem Elia seine Enttäuschung sagen darf. Gott weist Elia darauf hin, dass er ja Israel nicht allein retten muss, sondern ihm Mitstreiter an die Seite gestellt werden. Auch hier hört man zwischen den Zeilen das liebevolle Lächeln Gottes, der Elias durch die Kämpfe verengte Sichtweise wieder zurechtrückt. 7000 sind da, die ihre Knie nicht vor Baal gebeugt haben, nicht nur Elia.

Die Geschichte von Nabots Weinberg entlarvt Mechanismen des Machtmissbrauchs, das Miteinander von schwachem Regenten und zielbewusster Mitregentin. Sie zeigt, wie in diesen autokratischen Regimen das Recht des Einzelnen auf Eigentum, auf Leben missachtet wird. Zu Isebels Entschuldigung muss man sagen, dass sie die Skrupel Ahabs nicht versteht, weil sie aus einem anderen Gesellschaftssystem stammt, in dem die Tora nicht gilt, die das gute Leben für alle garantiert. Umso wichtiger ist es, dass einer wie Elia auf Gottes Wort hin aufsteht und Einhalt gebietet.

Entfaltung

Elia am Horeb
Als Psalm eignet sich Psalm 23.
In einer aus Decken gebauten Höhle reflektieren die Kinder Erfahrungen von drinnen und draußen.
Die Geschichte wird als Rückengeschichte in der Höhle erzählt, dabei werden zu Beginn kurz Elias vorausgegangene Kämpfe beschrieben.
In einer kreativen Phase können die Kinder entscheiden, wie sie ihre Erfahrungen aus der Rückengeschichte bearbeiten wollen (malen, kneten, mit Kett-Material legen).
Anschließend wird gemeinsam gegessen. Es gibt Brot, evtl. auch mit einem Aufstrich, und Wasser.

1. Könige 16,29-33; 17,1-6

Das Wort Gottes ergeht an Elia und rettet ihn, der auf Gottes Wort vertraut. In dem Augenblick, in dem Israel unter Ahab den Fruchtbarkeitsgott Baal verehrt, kommt nämlich eine Trockenheit über das Land, nichts wächst mehr, das Land wird zur Wüste. Elia wandert auf Gottes Wort hin zum Bach Krit, wo er Wasser hat und ihn die Raben mit Brot und Fleisch versorgen, weil Gott seine Propheten nicht im Stich lässt. Dort überlebt er im Verborgenen, so wie Gott selbst für Israel, das dem Baal „nachläuft“, im Augenblick verborgen ist. Dort am Bach Krit bekommt Elia Zeit, auf das Wort Gottes zu hören, sich einzuüben in Gottes Wege.

Am Bach Krit – Elia wird von Gott versorgt

Psalm 91,11f eignet sich als Gebet.
Die Geschichte wird erzählt, anschließend findet eine Bildbetrachtung zur Rembrandt Zeichnung „Elia am Bach Krith“ oder einem anderen Kunstwerk statt.
Gemeinsam wird über das Über-Lebens-Notwendige nachgedacht.
Anschließend wird Brot und Wasser zur Stärkung gereicht.

1. Könige 18,1-2a.17-46

Auf dem Berg Karmel tritt Elia allein gegen 450 Baalspriester an. Er lässt ihnen den Vortritt und die Wahl aller Bedingungen. Diese Geschichte gehört zu den witzigsten Geschichten der Heiligen Schrift. Der Einzelkämpfer Elia erkennt die lächerliche Seite des Baalskultes und kommentiert ihr pompöses Auftreten spöttisch. Sein Spott gleicht dem Humor der Radio-Erewan-Witze oder anderer Witze über Terrorregime und deren Vertreter. Schließlich erweist sich Jahwe als der einzige Gott, der das Brandopfer entzünden kann. Vielleicht ja auch eine Stelle, bei der ER selbst, augenzwinkernd mitspielt beim Gottesbeweis.

Auf dem Berg Karmel – Gott siegt durch Elia

Zur Einstimmung werden Tobespiele gespielt, beispielsweise Seilziehen, oder Duelle mit Batacaschlägern. Bei diesen Spielen wird auf geregelte Weise Kräftemessen und körperliche Auseinandersetzung eingeübt. Regelüberschreitungen werden streng geahndet und schärfen das Bewusstsein für Grenzen von Kraft und Macht, sowie die stützende und schützende Kraft der Regeln.
Anschließend wird die Geschichte erzählt und darüber gesprochen, wie es sich anfühlt, der Gewinner oder die Gewinnerin zu sein.
Vermutungen der Kinder, wie die Geschichte weitergeht, können aufgeschrieben und im nächsten Gottesdienst aufgenommen werden.
Lied: Gott sagt uns immer wieder

1. Könige 19,1-16

Der völlig erschöpfte Elia erfährt am Berg Horeb eine andere Seite Gottes. Dort gibt ihm Gott Raum für seine Wut, seine Verzweiflung und seinen inneren Zwiespalt. Alle Natur-Phänomene (Vulkanausbruch, Donner, Sturm), die Mose als Begleiterscheinung Gottes erfahren hatte, bringen Elia Gott nicht nahe, sondern ein stilles, sanftes Sausen, dem Elia seine Enttäuschung sagen darf. Gott weist Elia darauf hin, dass er ja Israel nicht allein retten muss, sondern ihm Mitstreiter an die Seite gestellt werden. Auch hier hört man zwischen den Zeilen das liebevolle Lächeln Gottes, der Elias durch die Kämpfe verengte Sichtweise wieder zurechtrückt. 7000 sind da, die ihre Knie nicht vor Baal gebeugt haben, nicht nur Elia.

Am Berg Horeb – Elia begegnet Gott

Als Eingangspsalm eignet sich Psalm 121.
Die Geschichte wird als Rückengeschichte erzählt.
Die Eindrücke der Rückengeschichte werden in freier Form mit Farben auf großem Papier zum Ausdruck gebracht.
Dabei wird die entsprechende Stelle aus dem „Elias“ von Mendelssohn Bartholdy gehört (Nr. 34).
Lied: Vater, unser Vater

1. Könige 21

Die Geschichte von Nabots Weinberg entlarvt Mechanismen des Machtmissbrauchs, das Miteinander von schwachem Regenten und zielbewusster Mitregentin. Sie zeigt, wie in diesen autokratischen Regimen das Recht des Einzelnen auf Eigentum, auf Leben missachtet wird. Zu Isebels Entschuldigung muss man sagen, dass sie die Skrupel Ahabs nicht versteht, weil sie aus einem anderen Gesellschaftssystem stammt, in dem die Tora nicht gilt, die das gute Leben für alle garantiert. Umso wichtiger ist es, dass einer wie Elia auf Gottes Wort hin aufsteht und Einhalt gebietet.

Nabots Weinberg – Elia tritt für Gottes Gerechtigkeit ein

Hier bieten sich verschiedene Arten von Rollenspiel an, Gerichtsverhandlungen, Pressemitteilungen, ein Interview mit Elia und Ahab, Stammtischreden in der Kneipe neben dem Weinberg. Die Geschichte kann auch über Standbilder, in denen die Kinder einzelne Szenen darstellen, erschlossen werden, die dann fotografiert und zu einem Buch gestaltet werden.


Hintergrundinformationen

Glaubens- und Lebenswelten von Kindern begegnen

Kinder lieben Heldengeschichten, gerade wenn der Held, wie bei der Karmelgeschichte, auch einmal die Lacher auf seiner Seite hat. Dann sind sie auch bereit, bei schwierigen Situationen mit dem Helden mitzuleiden. Elia ist so ein Held, stark und mutig, witzig, schwach und verbohrt, ein Kämpfer für Gerechtigkeit – und Kinder lieben Gerechtigkeit! – ein Vorbild, weil er sich helfen lässt.
„Wer bestimmt?“ Das ist eine Frage, die Kinder sehr bewegt und die sie bei den Eliageschichten bearbeitet finden. In Gruppen bilden sich immer wieder Hackordnungen. Viele Kinder erleben, dass einzelne Gruppenmitglieder den Ton angeben und sie wissen, wie schwierig es ist, sich dem Gruppendruck zu entziehen, wenn sich die Dynamik in der Gruppe/Klasse zu Gewalt und Unrecht hin entwickelt. Manchmal sind die Erwachsenen nicht hilfreich, weil sie die „Streitereien“ vorschnell unterbinden, statt sie zu begleiten. Es erleichtert, wenn sie spüren, dass ihnen andere zur Seite stehen, wie Elisa dem Elia, und dass es Regeln gibt, die helfen, die eigene Sichtweise wieder zurechtrücken, gerade wenn die Situation festgefahren scheint. Es tut ihnen gut, zu erfahren, dass Regeln auch für die Tonangebenden gelten und darum eingeklagt werden können.
Dass Gott den Menschen nicht alle Schwierigkeiten erspart, erfahren sie oft am eigenen Leib. Dass Gott den Menschen beisteht und für sie sorgt, ist ein Trost, den die Eliageschichten für die Kinder bereithalten.

Entscheidungen auf dem Weg zu den Gottesdiensten

Die Gottesdienste ranken sich um Elia, der mit seiner ganzen Person, mit all seinen guten und schwierigen Seiten, leidenschaftlich zu Gott steht. Das bietet viele Anknüpfungspunkte, bedarf aber besonders hinsichtlich der Erzählung, wie Elia die Baalspriester verfolgt und tötet, einer deutlichen Perspektive. Hier wird von Unterdrückten eine karikierende Geschichte erzählt, wie Gott sie von ihren Unterdrückern befreit. Die Geschichte soll sich in befreiendem Gelächter über die Unterdrücker entladen, sie darf nicht zum Hohngelächter derer werden, die die Wahrheit und die Macht für sich gepachtet haben. Wenn die Mächtigen diese Geschichte nicht als selbstkritische Geschichte erzählen, dann gerät das Gottesbild in eine Schieflage; dann wütet ein grausamer Gott und verfolgt arme Baalspriester.

Weiterführendes

Vernetzung

Mit dem Oratorium „Elias“ von Mendelssohn Bartholdy (Nr. 34) lässt sich die Erzählung von Elia in der Höhle für andere Gruppen oder die Familien der Kinder in Szene setzen. Dabei stellen die Kinder Erdbeben, Feuer etc. in entsprechenden Kostümen oder mit Tüchern in von ihnen selbst entwickelten Bewegungsfolgen dar. Dazu wird die Musik eingespielt.

Lieder

  • Unser Vater (LHE 70, freitöne 165)
  • Du bist da, wo Menschen leben (KG 147, KuS 476)
  • Gott sagt uns immer wieder (KG 216, KuS 478)
  • Alles muss klein beginnen (KG 46, KuS 406)
  • Kindermutmachlied (KG 150, LHE 349)
  • Felix Mendelssohn Bartholdy, Oratorium „Elias“ op. 70 (MWV A 25).

Praxishilfen

  • Rückengeschichte „Elia“ in: Sieben spürbare biblische Erzählungen. Praxishilfe mit CD, (Hrsg.) Kirche mit Kindern im afg der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, S. 20ff. Bezug unter: https://www.afgshop.de/rueckengeschichten-band-2.html
  • Elia, Kinderbibelwoche des Amtes für Gemeindedienst in Nürnberg, Bezug unter: https://www.afgshop.de/kinderbibelwoche-elia.html
  • Es gibt eine ältere Ausgabe von 1998 und eine neuere von 2003
  • Wetten, dass mein Gott echt stark ist? Elia. Arbeitshilfe für Kinderbibelwochen von Kirche unterwegs. Bezug unter: https://www.kircheunterwegs.de/Wetten-dass-mein-Gott-echt-stark-ist–91452.html
  • Familiengottesdienst zu Elia am Horeb (1. Könige 19, 1-13) zum
  • Download unter https://www.kindergottesdienst-ekir.de/wp-content/uploads/2018/06/FGD_ELIA.pdf

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